Dipl. Psych. Katrin Krag

Institut für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Rheinische – Friedrich – Wilhelms - Univerisität Bonn

Längsschnittstudie zur Heifer- Methode

Die Heifer-Methode wurde von der Abteilung für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie der Universität Bonn wissenschaftlich evaluiert. Ziel der Untersuchung war es zu prüfen, ob sich die Heifer-Methode eignet, Kinder durch gezieltes Training der phonologischen Bewusstheit auf den Lese-Schreibprozess im ersten Schuljahr vorzubereiten. Phonologische Bewusstheit wird als Vorläuferfähigkeit für den Lese-Rechtschreibprozess verstanden. 

Insgesamt nahmen 78 Vorschulkinder an der Untersuchung teil. 39 dieser Kinder wurden  im Zeitraum von September 2005 bis Juni 2006 einmal in der Woche für ca. 45 bis 60 Minuten mit dem Sprachprogramm nach Heifer gefördert (Trainingsgruppe). Die anderen 39 Kinder wurden mit Hilfe des normalen Vorschulprogramms auf das erste Schuljahr vorbereitet (Kontrollgruppe). In einem Zeitraum von 14 Monaten wurden die beiden Gruppen drei Mal hinsichtlich ihrer phonologischen Fähigkeiten untersucht.

Die Evaluation ergab, dass sich das Training mit der Heifer-Methode positiv auf die phonologische Bewusstheit der Vorschulkinder auswirkt. Die Kinder der Trainingsgruppe zeigten über den gesamten Testzeitraum hinweg in mehreren Bereichen -  z.B. der Lautanalyse, Lautsynthese oder Buchstabenkenntnis - signifikant bessere Leistungen als die Kinder der Kontrollgruppe.

Auch in Zukunft wird die Abteilung für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie der Universität Bonn die Heifer-Methode wissenschaftlich evaluieren, um auch längerfristige Effekte des Trainings im zweiten und dritten Schuljahr zu untersuchen.

Vertiefende Literatur zur Evaluationsstudie der Heifer-Methode:

Una M. Röhr-Sendlmeier & Katrin Krag (2007).
Frühförderung durch Laut-Farb-Verknüpfung: eine Längsschnittstudie vom Kindergarten bis in die Grundschule.
In U.M. Röhr-Sendlmeier (Hrsg.), Frühförderung auf dem Prüfstand – Die Wirksamkeit von Lernangeboten in Familie, Kindergarten und Schule. Berlin: Logos, S. 77-93.